Individuelle Gesundheitskompetenz und solidarisches Miteinander – Wie sich Lehrerinnen und Lehrer gegenseitig stärken können

Vortrag bei der 1. Jahrestagung: Schule und Gesundheit in Niedersachsen

Wenn ein Kollegium erstarrt

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit. Es ist kalt und regnerisch. Aber es gibt die eine oder andere besinnliche Veranstaltung mit Freunden oder Arbeitskolleg_innen.„Wie geht’s denn so?“ fragte ich bei einem solchen Anlass eine Kollegin. Mich traf ein erschrockener Blick. Dann erzählte sie, noch bevor der Wein auf dem Tisch stand: Die Arbeit mit den Kindern mache ihr Freude. Sie habe viele Flüchtlingskinder in ihrer Klasse, aber das sei nicht das Problem. Sie hielt inne, fuhr nach einer Pause fort: „Gerade heute hatten wir wieder eine Konferenz. Sie atmete tief durch. Ein verzweifelter Blick streifte mich. „Öde“, sagte sie und wiederholte „öde! Wir haben viele Probleme, aber es wird bei der Konferenz nie darüber gesprochen. Wir haben eine Schulleiterin, deren Qualifikation vor allem darin besteht, Gesetzestexte und andere Verlautbarungen vorzutragen. Sie ist so etwas wie eine Mitteilungsbeauftragte des Schulamtes. Sie übersieht, dass vor ihr Menschen sitzen, die sich täglich um Bildung und Erziehung bemühen. Sie nimmt uns als Personen mit unserem Können und Engagement nicht ernst. Ich fühle mich nicht wahrgenommen – das ist es!“ Pause.

Andere sähen das auch so. Aber kein Mitglied habe den Mut, die unbefriedigende Situation offen anzusprechen, alle sehnten den Abgang dieser Schreibtisch-Managerin herbei. „Ich hoffe, dann wird alles besser“. Im Blick auf den heutigen Vortrag fragte ich: „Wie geht es dir gesundheitlich?“ Sie sei oft erkältet, auch jetzt wieder, das sei chronisch. Sie könne nicht mehr gut schlafen. Von den Kindern erfahre sie Dankbarkeit, von einigen Eltern auch Anerkennung. Pause. „Ich mache eine Therapie und treibe Sport. Das ist meine Rettung.“ Die größte Belastung sei für sie, dass keine Ihrer Kolleginnen, sie selbst auch nicht, die Kraft und den Mut hätten, das individuelle – das kollegiale – Leiden zu thematisieren. „Was ist bloß mit uns los?“Ich raffe mich noch zu der Frage auf: „Dann gibt es an euerer Schule wahrscheinlich auch kein Gesundheitskonzept?“ Auf welchem Planeten ich denn leben würde, ereiferte sie sich und wandte sich der Kellnerin zu, die in diesem Augenblick den Wein servierte. Einmal sprach ich sie noch an und sagte: ich hielte demnächst einen Vortrag mit dem Thema: „Individuelle Gesundheitskompetenz und solidarisches Miteinander.“ Es folgte wieder ein Pause, nun blickt sie mich mit offenen Augen an und bemerkte: „Das mit dem Miteinander – das interessiert mich“, danach folgte die übliche Plauderei. Mich befiel eine gewisse Lähmung. Keine Hoffnung – nirgends.

Zwei Wochen später gab es für mich eine Überraschung. Die Kollegin rief mich an. Sie sagte: „Ich habe die Kraft gefunden und einige Kolleginnen angesprochen. Wir werden uns treffen und einen Weg aus unserer Lethargie finden. Ich freue mich schon darauf.“

Das Beispiel macht sichtbar, dass und wie es einen Weg aus einer lähmenden Situation geben kann. Eine Person fasst den Entschluss, diese belastende Situation zu beenden. Das Stichwort „Miteinander“ liefert einen Hoffnungsschimmer, dem sie unmittelbar folgt. Sie spricht Kolleginnen ihres Vertrauens an, gemeinsam werden sie einen Weg aus dem Dilemma suchen. Die Mitarbeit einer Supervisorin würde den Erfolg begünstigen.

Interpretation

In der Kommunikation dieses Kollegiums fehlt es an Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung. Ein lebendiger Gedankenaustausch findet nicht statt. Die Interaktionen sind eingefroren. Zur Lösung des komplexen Problems wäre eine Fähigkeit erforderlich, die wir emotional-soziale Kompetenz nennen.

Unsere Gesellschaft braucht eine neue Erzählung von Schule
Ich werde im weiteren Verlauf meines Vortrags ausführen, wie solche Kompetenzen zu erreichen sind und wie Lehrerinnen und Lehrer konstruktiv mit Belastungen umgehen können.

Was jeder einzelne für die Aufrechterhaltung seiner Gesundheit tun kann, das wissen die meisten von uns: Ich trage also Eulen nach Athen, wenn ich sage, es geht um gesundes Essen, um Bewegung, um Entspannung. Dabei können Kurse in Tai-chi, Chigong oder Meditationen hilfreich sein. Freundschaften und Begegnungen stärken unsere Grundkonstitution. Das ist alles bekannt.

Hervorheben möchte ich die Chancen, die in der Stärkung eines solidarischen Handelns liegen. Es gibt gute Gründe in der heutigen Zeit verstärkt darüber nachzudenken, wie Menschen in Gruppen konstruktive Dialoge führen können, Dialoge, die sich durch gegenseitige Wertschätzung auszeichnen.

Gesundheit in der Schule ist vor alle dann zu erreichen, wenn wir eine neue Erzählung von Schule beginnen. Es braucht ein Narrativ von Schule, das den engen Zusammenhang von Bildung und Gesundheit beschreibt. Es besteht nämlich zwischen Bildung und Gesundheit ein enger Zusammenhang. Um es noch deutlicher zu sagen: Qualität in der Bildung setzt Lehrergesundheit voraus.

„Gute Gesundheit unterstützt erfolgreiches Lernen. Erfolgreiches Lernen unterstützt die Gesundheit. Erziehung und Gesundheit sind untrennbar.“ (Desmond O`Byrne, Leiter der Abteilung für Gesundheitsförderung, WHO/Genf))

Wenn das Ziel der internationalen Bildungsvergleiche aber primär auf eine Effizienzsteigerung des Bildungssystems gerichtet ist, dann spielen die Initiatoren mit dem hohen Gut der Schulgesundheit. Es kommt zur Erschöpfungssituationen bei Lehrkräften und Schüler_innen.

Zum Verständnis von Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Institutionen haben eine sehr breitgefächertes Verständnis von Gesundheit.
Im allgemeinen wird darunter verstanden: ein stabiles Selbstwertgefühl, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper, die Fähigkeit soziale Beziehungen aufzubauen und Freundschaften zu pflegen; Wissen über Gesundheit, Zugang zu Gesundheitsversorgung; eine intakte Umwelt; sinnvolle Arbeit und gesunde Arbeitsbedingungen: eine lebenswerte Gegenwart und Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft; Energie, körperliche Stärke, Fitness; psychisch geistiges Wohlbefinden; die Anforderungen des Lebens ausbalancieren können. Das ist im pädagogischen Arbeitsfeld nicht einfach. (Hirschmann o.J.)

Bezogen auf die Gesundheit von Lehrkräften gilt die allgemeine Erkenntnis: Lehrerinnen und Lehrer üben einen sehr anstrengenden Beruf aus. Ihr Arbeitsalltag bringt enorme psychischen Belastungen mit sich. Es kommt also darauf an, kompetent mit der eigenen Gesundheit – vor allem unter dem Aspekt der psychischen Belastung – umzugehen.

Individuelle Gesundheitskompetenz

Kompetenz beginnt mit dem Wissen über Gesundheit. Dieses kann zum Wohlbefinden einer Person und / oder einer Gemeinschaft genutzt werden. Aber Wissen allein genügt nicht. Ein Mensch muss auch fähig sein, sein Wissen für die eigene Gesundheit zu nutzen.
Er muss emotional empfinden können, was für ihn gut ist. Er muss wahrnehmen können, was das Verhalten anderer Menschen in ihm auslöst. Er muss interpretieren können, ob das seiner Gesundheit schadet oder nützt. Es sind also emotionale und kognitive Aspekte im Spiel. Damit nicht genug: Wenn eine Person merkt, dass ihr Schaden zugefügt wird, sollte sie sich schützen und verteidigen können. Wenn sie in ihrem emotionalen Kern angegriffen wird, wenn sie in einer Gemeinschaft nicht wahrgenommen, wenn ihre Meinung nicht gehört wird, wenn sie gemobbt wird, wenn Eltern sie beleidigen, dann muss sie sich, um gesund zu bleiben, zur Wehr setzen können.

Viele werden solche Erfahrungen kennen und so mancher wird auch erfahren haben, dass nicht immer die eigenen Kräfte ausreichen, um eine solche Situation zu meistern. Und damit deute ich an, dass wir auf gegenseitiges Verständnis und auf Unterstützung angewiesen sind. Emotionale Beschädigungen, wie sie z.B. bei Mobbing stattfinden, kann ich nicht alleine abwehren, ich brauch andere Menschen, die mich unterstützen, die mir helfen. Gefragt ist kompetentes solidarisches Handeln. Gesundheitskompetenz ist eine komplexe Fähigkeit, die Fühlen, Denken, Handeln und Kooperieren einschließt. Erworben wird diese Fähigkeit aufgrund vielfältiger Erfahrungen im Verlauf der Entwicklung eines Menschen. Für Lehrkräfte kommen die besonderen Erfahrungen während des Studiums, des Referendariats und schließlich der Arbeitssituation in einer Schule hinzu.

In den meisten Untersuchungen zur Lehrergesundheit wird der individuelle Aspekt hervorgehoben. Allerdings üben Pädagogen einen Beruf aus, in dem sie in unterschiedlichen Gruppen aktiv sind. Das bedeutet, dass Gesundheit im Lehrerberuf immer auch spezielle gruppendynamischen Aspekte beachten muss. Es geht täglich um die Gestaltung von Beziehungen. Diese kann sich auf den Umgang mit einzelnen Schüler_innen oder Kolleg_innen beziehen. In jeder Gruppe gibt es Personen, denen an einer guten Beziehung gelegen ist und andere, die Lust auf Aggression und Zerstörung verspüren.
Wenn das Verhältnis in einer Gruppe nicht ausbalanciert werden kann, dann ergeben sich daraus spezielle Belastungen, die wir in der Regel als psychische Belastungen definieren.
Dieses Phänomen ist allgemein anerkannt. So findet sich in den meisten Untersuchungen über Lehrergesundheit der Hinweis, dass es in besonderer Weise die psychischen Belastungen sind, die Lehrkräften dass Leben schwer machen. Die logische Folgerung müsste sein, Linderung dort zu suchen, wo die beschädigte Psyche am ehesten geheilt werden kann. Ein Weg , den viele scheuen, müsste zum Psychotherapeuten führen. Aber selbst dann sind es nur einzelne Personen, die über eine Psychotherapie Hilfe suchen und finden. Da die Belastungen in der Regel aus gestörten Beziehungen resultieren, die sich während der Arbeit in Gruppen (Klasse, Kollegium) ereignen, wäre es sinnvoll, Lösungen in gruppentherapeutischen Prozessen zu suchen.

Lehrkräfte sollten sich gelegentlich folgende Fragen stellen: Wie geht es mir? Wie geht es dir? Wie geht es unseren Schüler_innen? Was belastet uns? Was können / müssen wir ändern? – Wir? – Wie sind wir geworden, was wir sind? Was verbindet uns? Was trennt uns? Wie steht es mit unserem Mut, mit unserem Engagement? Beachten wir die Quelle für eine gesunde Schule. Haben wir die Kraft für eine neue Erzählung von Schule.

Diese Erzählung würde sich um die Fähigkeit zu empathischem Handeln ranken. Empathie ist das, was unser Menschsein ausmacht. Sie ist ein Bekenntnis zur Humanität und ermöglicht eine verantwortungsbewusste Auseinandersetzung mit den Problemen unseres Alltags. Also auch mit unserer Gesundheit und der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen. Unser Empathiefähigkeit ist ein Schatz, den wir hüten und verteidigen müssen.

Nur gesunde und gesundheitsbewusste Pädagogen können dauerhaft diesen speziellen Anforderungen gerecht werden, so die Meinung vieler Fachleute. Hilfe annehmen und anderen Hilfe gewähren, darauf kommt es an. Gruppenbezogene Gesundheitskompetenz ist eine wichtige Voraussetzung für einen konstruktiven Umgang mit Belastungssituationen.

Empathie schließt ein, dass wir in der Lage und auch bereit sind, ethische Grundsätze, wie sie in den Menschenrechten und im Grundgesetz verankert sind, zu beachten. Verzichten wir auf den ethischen Grund, dann kann es schnell zur Störung und zum Verlust dieser Fähigkeit führen. Ute Frevert, Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, weist in einem kürzlich erschienen Aufsatz darauf hin, wie gefährdet diese Fähigkeit ist. (Frevert 2017) Sie verweist darauf, dass während der Nazi-Herrschaft die Norm galt, dass man nur mit denen, die zur „Volksgemeinschaft“ zählten miterleben und mitfühlen könne und nur ihnen dürfe „tätige, leidlindernde oder leidbehebende Hilfe“ zuteil werden. Die Folgen sind bekannt.

Diese Erfahrung aus unserer Geschichte, kann uns lehren, dass wir unsere Fähigkeit zur Empathie wie einen Schatz hüten und verteidigen müssen.

Es gilt neben den eigenen Belastungen auch die der Kolleginnen und Kollegen zu sehen und gemeinsam nach Entlastungen zu suchen. Bei diesem Bemühen werden sich auch Konflikte ergeben und gelegentlich kann der Eindruck entstehen, die Belastungen würden immer größer. Hier ist das Wissen gruppendynamischer Fachleute gefragt. Es ist anzustreben, dass es in jedem Schulkollegium Personen gibt, die sich diese Fähigkeit angeeignet haben und sie auch anwenden können. An einem Beispiel werde ich später diese Arbeitsweise erläutern

Belastungsfaktoren können sein:

  • große Klassen / hohe Stundenzahl
  • Verhalten schwieriger Schüler
  • Konflikte im Kollegium / mit der Schulleitung
  • ungeeignete Räume / baulicher Zustand der Schule
  • Unterricht in vielen Klassen / überstürzte Abordnungen
  • Pendeln zwischen verschiedenen Einsatzorten
  • Berufliches Image
  • Neuerungen im Schulsystem ohne Anpassung der Rahmenbedingungen
  • Stoffumfang / viele Korrekturen
  • Administrative Pflichten
  • Koordination Beruf / Privatleben
  • Mangelnde Kooperationsbereitschaft der Eltern
  • Eigene Gesundheit
  • Mangelnde Unterstützung durch die Schulleitung
  • Fehlende Möglichkeiten der Entspannung
    (Vogt o.J.)

Umgang mit Belastungen

Es herrscht , so scheint es, in den Kollegien kein Mangel an individuellem Wissen. Es fehlt im Alltag oft der Mut und die Bereitschaft zu solidarischem Handeln. Das hat mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu tun, dass die Förderung der erforderlichen Fähigkeiten im Verlauf des Studiums und der Weiterbildung nicht hinreichend berücksichtigt worden sind. Die Chancen, die in gruppenbezogene Arbeits- und Erlebensweisen liegen und sich günstig auf die individuelle und die Gesundheit einer Gruppe auswirken, werden oft nicht gesehen.

Lehrer_innen, die sich diese Fähigkeiten angeeignet haben, bilden angesichts von Widrigkeiten im schulischen Alltag Widerstandskraft (Resilienz) aus. Trotz vieler Belastungen können sie ihr Verhalten der Situation anpassen, sich erholen und wieder auf die Beine kommen. Sie versinken nicht in Lethargie, sondern werden aktiv. Entscheidend ist die Fähigkeit, sich selbst und anderen gegenüber achtsam zu sein. Dabei sollte das Wissen, dass das Schulsystem krank machen kann, immer auch im Blick sein. Es stellt sich für die in der Schule tätigen Personen die Aufgabe, selbst am Aufbau eines solidarischen Gesundheitskonzeptes mitzuwirken. Das lohnt sich, denn die Beschwerden, die Lehrkräfte empfinden und äußern, sind sehr vielfältig.
(Scheuch, K. / Haufe, E. / Seibt. R., 2015)

Häufige Beschwerden
Wenn Lehrkräfte nicht angemessen mit diesen Belastungen umgehen, so können diese zu folgenden Beschwerden führen:

  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • muskuläre Verspannungen
  • Stimmstörungen
  • Schlafstörungen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Magen-Darm- Beschwerden
  • Ohr-Geräusche (Tinnitus)
  • Ängste
  • depressive Verstimmungen
    (Vogt, o.J.)

Seit der Jahrtausendwende gibt es umfangreich Untersuchungen zur Lehrergesundheit. Hervorheben möchte ich die weitgehend bekannte Studie von Schaarschmidt. Um herauszufinden, wie Lehrkräfte gut mit Belastungen und Beschwerden umgehen können, hat er nach typischen Verhaltens- und Erlebensmustern gesucht.

Vier Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster (Schaarschmidt)

Schaarschmidt (2013) ginge der Frage nach, mit welchem Engagement, welcher Widerstandsfähigkeit, und welchen Emotionen Lehrkräfte Anforderungen gegenübertreten. Folgende Aspekten waren die Grundlagen der Untersuchung.

1. Bedeutsamkeit der Arbeit
2. Beruflicher Ehrgeiz
3. Verausgabungsbereitschaft
4. Perfektionsstreben
5. Distanzierungsfähigkeit
6. Resignationstendenz (bei Misserfolg)
7. Offensive Problembewältigung
8. Innere Ruhe/ Ausgeglichenheit
9. Erfolgserleben im Beruf
10. Lebenszufriedenheit
11. Erleben sozialer Unterstützung

Vor dem Hintergrund dieser Items wurden die vier Verhaltens- und Erlebensformen konstatiert.

1. Muster G: L. sind leistungsbereit, zeigen hohes, jedoch nicht überhöhtes Engagement,verbunden mit Widerstandsfähigkeit und Wohlbefinden. Ihre Lebensweise ist gesundheitsförderlich.
2. Muster S: L. zeigen eingeschränktes Engagement bei erhaltener Widerstandsfähigkeit und Wohlbefinden. Sie schonen sich und haben die Chance, gesund zu bleiben.
3. Muster A: L. überfordern sich selbst, zeigen ein exzessives Engagement mit hoher Verausgabung, neigen zu Perfektion, sind in ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrem Wohlbefinden eingeschränkt. Sie wirken immer angestrengt und angespannt.
4. Muster B: L. zeigen emotionale Erschöpfung, haben Aversion gegen die Berufspraxis; sind in ihrer Widerstandsfähigkeit, in ihrem Lebensgefühl und Wohlbefinden eingeschränkt. Sie wirken bedrückt und leidend. Motivation und Engagement sind verringert.

Betroffene (besonders die der Gruppen A und B) suchen oft Ärzte und Therapeuten zur Linderung ihres Leidens auf. Viele begeben sich in ein Rehabilitationszentrum. Eine Linderung ihres Leidens ist im individuellen Fall oft zu erreichen. Wenn die Erkrankung aber in einem Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen des Arbeitsplatzes steht, dann besteht die Gefahr, dass das Wohlgefühl nur kurze Zeit anhält.

Solidarisches Miteinander als Konzept

Eine andere Form des Umgangs mit Belastungssituationen ist das „Teambezogene Arbeits- und Erlebensmuster“. Viele Probleme, die Lehrerinnen und Lehrern heute zu schaffen machen, können von ihnen gelöst werden, wenn sie bereit sind, in kleinen Gruppen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Kern geht es um Wechselwirkungen zwischen Erleben und Verarbeiten von Belastungen. Dabei spielen emotionale und kognitive Wahrnehmungen und Verarbeitungsprozesse eine entscheidende Rolle.

Zum Verständnis dieses Ansatzes ist es hilfreich, einige Funktionsweisen unseres Gehirns zu kennen.

Emotionales Erleben – Spuren im Gehirn

In belastenden Situationen spüren die Betroffenen Unsicherheit, Hilflosigkeit, Wut, Ärger, Enttäuschung, Angst und Scham. Oft werden diese Gefühle so stark erlebt, dass sie mehr und mehr das Gesamtempfinden beeinflussen und die Handlungsfähigkeit einschränken oder unmöglich machen. Es kommt zur Ausschüttung von Stresshormonen.

Stresssituationen können kontrolliert oder unkontrolliert ablaufen
Da gibt es die belastende Situation, die nur kurze Zeit dauert, die man noch anhalten, kontrollieren kann und für die man eine Lösung findet. Sie ist gekennzeichnet, durch eine kurzfristige Unsicherheit. Oft ist sie auch verbunden mit Angst, weil man vor einem Problem steht, dessen Lösung zunächst nicht in Sicht ist. Kann man das Problem als Herausforderung annehmen und daran arbeiten und reichen die bisherigen Erfahrungen für eine konstruktive Bearbeitung aus, dann stellt sich ein Gefühl von Selbstvertrauen, Zuversicht und vielleicht auch Freude ein. Es findet eine Umwandlung der Gefühle statt. Aus Angst wird Zuversicht, aus Unsicherheit wird Mut, aus Hilflosigkeit wird Motivation. Das Gefühl hilflos zu sein, wandelt sich in das Verlangen, tatkräftig nach einer Lösung zu suchen. Wir spüren neue Energie, die uns befähigt unsere Lösungsperspektiven aktiv umzusetzen. Im Gehirn wird dieser Vorgang vor allem durch die Ausschüttung von Noraderenalin bewirkt. Die erfolgreiche Lösung eines Problems wird über die Ausschüttung dieses Botenstoffes im neuronalen Netzwerk eingespurt und steht künftig als Erfahrungen, auf die wir zurückgreifen können, zur Verfügung.

Wenn wir Vertrauen zu den Mitgliedern einer Gruppe entwickeln, wird der Botenstoff Oxytocin ausgeschüttet. Er verstärkt diese Fähigkeit. Daraus kann sich ein Funke von Hoffnung ergeben. Wir fühlen uns motiviert, weiterzumachen. Dafür sorgt die Ausschüttung von Dopamin. Wenn wir merken, dass wir dass Problem lösen können, kommt der Botenstoff Serotonin hinzu. Er sorgt für Beruhigung. Wir werden ruhig, spüren so etwas wie eine emotionale Sicherheit. Wenn wir das Problem erfolgreich lösen, werden körpereigene Opioide (Glückshormone) ausgeschüttet. Wir erleben Freude. Wir sind während diese Prozesses auf der Handlungsebene aktiv. Unsere Aktivitäten führen zur Ausschüttung eines Cocktails verschiedener Botenstoffe, die uns Sicherheit und Wohlbefinden bescheren. Nicht Erschöpfung ist das Resultat sondern neue Energie.

Anders sieht es mit unkontrollierbar ablaufenden Stresssituationen aus. Plötzlich spüren wir immer deutlicher, dass wir mit den Belastungen des Alltags nicht mehr zurechtkommen. Oft ist es zunächst nur ein diffuses Gefühl, es nicht mehr zu schaffen. Manche Lehrkräfte neigen dazu, diese Gefühle zur Seite zu schieben. Man möchte sie nicht wahrhaben, wird dann aber schnell wieder von ihnen eingeholt. Die Ereignisse eins Vormittags lassen uns auch am Nachmittag nicht los, sie begleiten uns auch bei Kino- oder Theaterbesuchen und verfolgen uns oft noch in unseren Träumen. Am nächsten Morgen fühlen wird uns zerschlagen, müde und oft wie gelähmt. Wir ahnen, dass etwas passieren muss, wenn wir nicht in Resignation oder Aggression verfallen wollen. Gelingt es nicht, diese unkontrollierbare Stresssituation zu bearbeiten, dann wird aus Angst Verzweiflung, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Unser Selbstvertrauen schwindet, uns verlässt der Mut, wir fühlen uns elend und unglücklich. Neurobiologisch findet ein Abbau von gebahnten Spuren statt. Es kommt zu einer verstärkten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieser Vorgang führt dazu, dass bereits gebahnte Netze im Gehirn wieder aufgelöst werden. Damit verbunden ist ein Schwinden von Erfahrungen, die im Beruf dringend benötigt werden.
In solchen Situationen ist es wichtig, einen Menschen oder ein Team zu haben, mit dem man als Betroffener an einer Lösung arbeiten kann. Benötigt wird eine emotional-soziale Kompetenz. Lassen sich Betroffene auf Hilfsangebote ein, können sie der Stressfalle entfliehen. Sie verlassen den Cortisol-Modus und finden im solidarischen Miteinander zum Adrenalin-Modus. Diese führt zur Ausschüttung einer Fülle von Botenstoffen, die dafür sorgen, dass wieder Ruhe und Gelassenheit eintreten können. Aber dieser Vorgang setzt die Bereitschaft zu einen ausdauernden Arbeitsprozess voraus. Wenn wir erfolgreich Probleme unseres Alltags lösen wollen, wenn wir gesund bleiben wollen, dann müssen wir Fähigkeiten ausbilden, die zu einer gesundheitliche Kompetenz führen. Nicht anders ist es für einen Menschen, der das Klavierspiel oder eine Fremdsprache erlernen will – er muss üben. Viele Lehrkräfte kennen diese Zusammenhänge nicht. Das ist nicht als Vorwurf zu verstehen. In der Regel haben sie diese Wunderwerk während ihres Studiums und ihres Referendariats nicht kennengelernt.

Kompetenter Umgang mit belastenden Situationen

Was zeichnet die Menschen aus, die mit belastenden Situationen konstruktiv umgehen können? Sie sind in der Lage, komplexe Belastungen zu entwirren, zu interpretieren. Sie verfügen über Methoden und Arbeitsformen der Stressbearbeitung. Innerhalb ihrer Arbeitsprozesses suchen sie nach der Bedeutung der Belastung. Dabei bewegen sie sich auch auf der emotionalen Ebene. Ihr Interpretationsverfahren läuft nicht nur kognitiv ab, es bezieht die Gefühle der beteiligten Personen mit ein. Sie schaffen sich über ihr kognitiv- emotionales Interesse Grundlagen auf denen sie handlungsfähig werden und bleiben.

Kann man das Problem als Herausforderung annehmen und daran arbeiten und reichen die bisherigen Erfahrungen für eine konstruktive Bearbeitung aus, dann wird im Gehirn eine Fülle von Botenstoffen ausgeschüttet, so dass wir von einem „Cocktail“ sprechen können. Im weiteren Verlauf stellt sich auf der emotionalen Ebene ein Gefühl von Selbstvertrauen, Zuversicht und vielleicht auch Freude ein. Im Verlauf einer konstruktiven Bearbeitung einer Stresssituationen werden Botenstoffe aktiviert, die zu Lösungsorientiertes Handeln unterstützen.

Es findet eine Umwandlung der Gefühle statt. Aus Angst wird Zuversicht, aus Unsicherheit wird Mut, aus Hilflosigkeit wird Motivation. Das Gefühl hilflos zu sein, wandelt sich in das Verlangen, tatkräftig nach einer Lösung zu suchen. Wir spüren neue Energie, die uns befähigt unsere Lösungsperspektiven aktiv umzusetzen. Das Gehirn produziert den Botenstoff Noradrenalin. Dieser führt dazu, dass die neuen Erfahrungen als Handlungsmuster im Gehirn etabliert und gefestigt werden. Das heißt, es kommt zu einer Myelinisierung der Nervenzellverbindungen.
Unkontrollierbarer Stresssituationen müssen nicht zu Alpträumen führen, sondern können den Anfang für neues Handeln darstellen. Erst wenn eine Person sich mit all ihren bisher erworbenen Strategien außerstande sieht, eine psychische Belastung zu meistern, stellt sich ein Gefühl völliger Ohnmacht und Hilflosigkeit ein. Folge: Verstärkte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Es kommt zur Destabilisierung der im Gehirn bereits etablierten Verschaltungen. Bisher erfolgreich eingeschlagene und gebahnte Bewältigungsstrategien werden allmählich aufgelöst.
Lehrkräfte, die sich den Herausforderungen stellen, die noch die Kraft und Bereitschaft haben, ihre Situation zu reflektieren, indem sie ihre Belastungen analysieren und gemeinsam mit anderen neue Wege suchen, (z.B. Supervision) eröffnen sich Perspektiven. Sie müssen Stress dann nicht als Alptraum erleben. (Hüther, 1999)

Ein Beispiel aus langjähriger Praxi

Welche Möglichkeiten gibt es innerhalb eines Kollegiums oder einer Gruppe dem gegenwärtigen Dilemma zu begegnen? Was bringt Lehrerinnen gelegentlich ins Schleudern? Was ist, wenn sie plötzlich aus der Routine herausfallen, weil da einige Kinder immer wieder den Unterricht stören, wenn ihre Schülerinnen und Schüler trotz größter Anstrengung die Lerninhalte nicht verstehen und behalten können? Was ist, wenn die Situation unüberschaubar wird, obwohl sie alles tun, um den Durchblick zu behalten?

Es gibt nicht den Weg, der aus den skizzierten Dilemmata herausführen würde. Ich will skizzieren, welche Vorgehensweisen meine Kolleginnen und ich gewählt haben, als wir Ende der 70iger Jahre begannen, uns um ein schulisches Gesundheitskonzept zu bemühen. Wir trafen uns wöchentlich zu sogenannten Dialogrunden. Am Beginn eines Schulhalbjahres fand jeweils eine Planungssitzung statt, bei der wir die Themen für unsere Dialoge verabredeten. Es wurde auch festgelegt, wer die Moderation eines Themas übernehmen würde. Dann arbeiteten wir nach den oben angedeuteten Methoden. Es ging dabei um die Minimierung von Stress, um das Analysieren von Problemen und Belastungen. Wir verabredeten uns zu Offenheit im Umgang miteinander. So erlebten wir eine Zunahme von individueller Kompetenz und der Arbeitskompetenz der Gruppenmitglieder. Wir verabredeten gegenseitige Hospitationen und öffneten die Schule für interessierte Besucher_innen. Einmal im Monat boten wir eine Hospitation für Kolleginnen anderer Schulen an. Es kamen oft bis zu 50 Personen.

Für die konkreten Arbeitsprozesse galt, dass wir vielfältige Interpretationen zuließen. Welche Schlussfolgerungen eine Kollegin, ein Kollege aus der Problembearbeitung zog, war seine Sache. So schufen wir ein Schulkonzept, das sich als Gesundheitskonzept herauskristallisierte. Erst im Verlauf entdeckten wir, welches Geschenk wir uns gemacht hatten. Wir hatten für uns eine Arbeitsform gefunden, die sich überwiegend positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirkte. Als wir uns näher mit den Vorgängen, die dabei in unserem Gehirn abliefen, beschäftigten, entdeckten wir, dass wir uns täglich einen Cocktail für unser solidarisches Handeln mixten. Neurobiologischen Vorgänge und Abläufe lassen sich so skizzieren:

Eine Gruppe (Kollegium) fasst den Entschluss, gemeinsam belastende Probleme zu bearbeiten. Das lässt auf Mut und Vertrauen bei denjenigen Personen schließen, die ein solches Vorhaben anregen. Dieser Schritt führt in ihrem Gehirn zur Ausschüttung des Botenstoffes Oxytozin. Umgangssprachlich wird dieser Botenstoff auch als Bindungs- und Vertrauensstoff bezeichnet. Erste positive Erfahrung führen in der Gruppe zu Beruhigung und einer leichte Hoffnung. Verantwortlich im neurologischen Prozess ist der Botenstoff Serotonin. Im Zusammenhang mit ersten positiven Erfahrungen wird auch Dompin ausgeschüttet. In der folge steigt die Motivation bei den Beteiligten. Es kommt bei einem positiven Ausgang zur Ausschüttung körpereigener Opioide (Umgangssprachlich: Glückshormone). Es stellt sich Freue über das Erreichte ein. Der Botenstoff Noradrenalin sorgt dafür, dass diese positiven Erfahrungen im neuronalen Netzwerk eingespurt werden und bei künftigen Anforderungen zur Verfügung stehen. Sie befinden sich im „Noradrenalin-Modus“. Entscheiden beteiligt an diesem Prozess sind die von Rizzolatti entdeckten Spiegelnervenzellen.
(Rizzolatti, 2008)

Erfolgreiches Handeln

Es kommt nicht nur auf verständnisvolle Menschen an, sonder auch darauf, dass man geeignete Methoden kennt, die als wesentliche Unterstützung für die Bearbeitung von Stresssituationen dienen können. Es ist hilfreich dieses Verfahren als Teil des Schulkonzeptes zu verankern. Im Einzelnen geht es um ein Klima der Offenheit, gegenseitigen Unterstützung, kompetente Konfliktklärung, Überprüfung des Schulkonzeptes, die Rolle der Schulleitung, Supervision, Beratung, Raumgestaltung und vieles mehr.

Methoden-Vielfalt

Die folgenden Methoden, die ich hier nur andeuten kann, können hilfreich sein:
Arbeit mit inneren Bildern; unterschiedliche Formen der Dramatisierung von Stresssituationen (Rollenspiel, Stressdrama); das Quantifizieren der Belastung; einen hilfreichen Namen finden: Klärungsdialoge; Zirkuläres Fragen und das assoziativ-reflexive Erinnern. In der Praxis kommt es oft auf eine Kombination der unterschiedlichen Methoden an. (Gebauer 2000)
Es folgt nun ein Beispiel, an dem das solidarische Vorgehen des Kollegiums der Göttinger Leinebergschule deutlich wird. Es geht um die Anwendung des Cocktailkonzeptes in einer existenziellen Situation.

„Kann ich noch Lehrerin sein?“ – Ein Hilferuf

Es handelt sich um einen solidarischen Lösungsprozess. Voraussetzung für dies Art der Bearbeitung einer existenziellen Situation ist gegenseitiges Vertrauen und das Wissen um die eigene Kompetenz.

Einstieg

Im Rahmen unserer wöchentlichen Dialogrunde geht es um die Frage, wie sich die einzelnen Mitglieder des Kollegiums in ihrer Klasse fühlen.

Die Kollegin Berger berichtet sachlich über Lernprobleme einzelner Kinder. Sie wirkt sehr ernst. Sie fühle sich emotional oft sehr belastet. Es seien vor allem vier Jungen, die ihr zu schaffen machten. Sie schweigt einen Moment und sagt dann: „Es wird immer schlimmer. Mein Grundgefühl sagt mir, ich sollte aufhören, Lehrerin zu sein.“

Wünsche an die Gruppe

Die Moderatorin fragt: Was wünscht du dir von der Gruppe?

„Ich wünsche mir Sicherheit auf der Sachebene und der emotionalen Ebene. Ich wünsche mir auch Sicherheit im Auftreten gegenüber den Eltern. Bitte keine Ratschläge. Ich möchte mit euch erarbeiten, wie ich wieder Sicherheit gewinnen kann.“

Frau Berger erzählt noch, wie sie von einzelnen Schülern regelrecht fertiggemacht würde. Es herrsche teilweise ein großes Chaos in der Klasse. Am meisten aber belaste sie, dass sie als Person nicht ernst genommen würde. „Ich möchte ernst genommen werden, das ist mein Ziel, und ich muss mich selbst ernst nehmen. Beides gehört zusammen. Aber ich kann mich nicht mehr ernst nehmen, wenn zum Beispiel Eltern bei mir anrufen und sich über meine Unfähigkeit beschweren. Sie haben ja Recht, nur ihre Form ist sehr beleidigend.“

Nächster Schritt: Assoziationsrunde

Die Teilnehmer_innen der Gruppe lassen schweigend die Aussagen an sich vorüber ziehen, reflektieren die geschilderte Situation und berichten kurz über ihre Assoziationen:
1. „Ich kenne solche Situationen, habe es bisher geschafft, da herauszukommen.“
2. „Ich sehe dich durchs Moor gehen. Du kannst jeden Augenblick einbrechen. Dieses Bild hat sich bei mir eingestellt.“
3. „Ich empfinde eine ungeheure Schwere.“
4. „Ich fühle mich leer und bewegungslos. Dein Bericht hat mich runtergezogen. Ich habe keine Idee für eine Lösung.“

Frau Berger: „Ich will selbst noch etwas sagen. Mich haben meine Reflexionen und mein Sprechen darüber tiefer reingezogen als ich gedacht habe. Das hat mich überrascht. Ich wollte die Schwere überspringen, aber dann habe ich mich doch dafür entschieden, bei der Schwere zu bleiben.

Es ist ungeheuerlich, wenn mir ein Schüler einfach das Heft aus der Hand nimmt. Wenn ich mit dem Unterricht beginne, ruft er etwas in die Klasse. Dann lachen einige Schüler und Schülerinnen. Wenn das passiert, verliere ich meine Spur. Es kommt zum Machtkampf zwischen ihm und mir. Und ich ziehe den kürzeren.

Warum kann sich ein Schüler bei mir erlauben, während meines Unterrichts zu essen? Was gebe ich für ein Signal, dass er sich das erlaubt und auch nicht aufhört, wenn ich ihn dazu auffordere und dann auch noch einige Mitschüler auf seiner Seite hat? – Ich fühle mich hilflos. Das ist schwer auszuhalten.“

Interpretation:

Im erzählenden Reflektieren bei einer zugewandten Gruppe mit einer erfahrenen und verantwortungsbewussten Moderatorin ereignen sich wichtige Erlebnis- und Erkenntnisprozesse. Gefühle sind im Spiel und bestimmen den Ablauf. Erleben, Reflektieren und die Suche nach Perspektiven sind im Erfahrungsprozess miteinander verknüpft. Die Moderatorin lenkt das weitere Verfahren auf eine emotionale Vertiefung durch ein Rollenspiel.

Rollenspiel als Methode der Vertiefung:

Einige Kolleginnen übernehmen Rollen von Kindern, die der Kollegin Berger besonders zu schaffen machen. Eine Kollegin spielt Frau Berger.
Im Rollenspiel entwickelt sich eine muntere Atmosphäre. Die Darstellerinnen der Schüler haben offensichtlich großen Spaß. Die Rollenspiel-Lehrerin weist während des Spiels auf die Regeln in der Klasse hin und betont, sie erwarte, dass sich alle an die Regeln hielten.
Die entscheidenden Sätze, die in einem umfangreichen Spielgeschehen fallen, lauten:
1. Schüler: „Ich will, dass es auch mal lustig zugeht. Frau Berger ist immer so ernst. Das macht doch keinen Spaß.“
2. Schüler: „Wenn ich einen Witz mache, dann weiß ich, dass die anderen lachen. Das ist ein gutes Gefühl und in der Klasse ist eine tolle Stimmung.“
Lehrerin: „Ich finde das auch witzig, was ihr macht, aber nun müsst ihr auch wieder die Regeln beachten, damit alle gut lernen können.“

Mitteilung von Gefühlen:

Nach dem Spiel werden die Spieler, die Zuschauer und auch die Problemstellerin nach ihrem Erleben im Spiel gefragt:

Die Kolleginnen, die in die Rolle der Schüler geschlüpft waren, berichten, dass es ihnen großen Spaß gemacht habe. Mitleid mit ihrer Lehrerin hätten sie nicht gehabt. Warum soll man denn nicht einmal Spaß haben, das sei ihr überwiegendes Gefühl gewesen. Ein schlechtes Gewissen hätten sie auch nicht gehabt.

Die Kollegin, die Frau Berger gespielt hat, sagt, ihr habe das Schülerverhalten zwar nicht gepasst, eine Verunsicherung habe sie aber nicht gespürt. Sie sei sich ganz sicher, dass ihr Hinweis auf die Regeln in Zukunft beachtet würde.

Die Problemstellerin kommt zu Wort:

Die Moderatorin fragt die Problemstellerin, ob sich eine Tür zu einer neuen Erkenntnis geöffnet habe?

Herzklopfen, Angst und ein Gedanke an Flucht habe sie gehabt, sagt Frau Berger. Tiefe Traurigkeit mache ihre Grundstimmung aus, und die sei ihr im Spiel noch einmal sehr nahe gerückt. Aber stärker noch als dies, und darüber sei sie sehr erstaunt, habe sie die Leichtigkeit, in der die Kolleginnen in ihren Rollen agierten, beeindruckt. Die Identifizierung der Kolleginnen mit den Kindern, das habe ihr die Schwere genommen. „Vielleicht liegt hier eine Lösung für mich: Was können mir die Kinder an Leichtigkeit geben? Was kann ich an Leichtigkeit einbringen?“ Eine erste Orientierung?

Wie ging es weiter?

Es mussten noch viele Erfahrungen des Scheiterns gemacht werden, bis es schließlich Frau Berger gelang, ihr Verhalten von innen heraus neu zu gestalten.
Erst wenn eine Person Alternativen zu ihrem bisherigen Verhalten entdeckt, können sich neue Vernetzungen im Gehirn bilden. Vernetzungen, die in der Zukunft das Verhalten stärker bestimmen als die bisherigen Erfahrungen.

Für das Finden einer Lösung ist es wichtig, die individuelle Stelle der Verwundbarkeit zu finden.
Wie geht es weiter, wenn es nicht mehr weiter zu gehen scheint, wenn alle bisher bewährten Strategien des Denkens, Fühlens und Handelns eine einzelne Person in die Stressfalle geführt haben?

Hier liegt der Ansatz für gegenseitige Unterstützung, für ein solidarisches Miteinander.
In der folgenden Zeit haben wir in einem Team von drei Personen an verschiedenen belastenden Situationen mit Frau Berger gearbeitet.

Ergebnis:

Etwa ein halbes Jahr nachdem sie für sich und uns alle unüberhörbar formuliert hatte: „Kann ich noch Lehrerin sein?“, teilte sie uns zu Beginn einer Teamsitzung mit: „Ich möchte euch allen sagen, das es mir gut geht. Ich habe wieder Kraft. Meine Kreativität ist zurückgekehrt. Ich habe wieder Freude an meiner Arbeit. Ich sehe und erlebe viele Situationen anders als vorher. Ich kann den Kindern den Spaß lassen und gleichzeitig solche Strukturen vorgeben, dass Lernen in einer angemessenen Atmosphäre möglich ist. Ich habe in mir durch die intensive Arbeit ein sehr tief sitzendes Muster entdeckt: ‚Spaß darf es nicht machen, wenn man arbeitet.‘

Ich habe eine Leichtigkeit gewonnen, die ich so noch nicht kannte. Dafür danke ich euch. Ich hoffe, dass ich mir diese Fähigkeit erhalte. Ich weiß, was ich alles kann. Heute kann ich meine Gefühle und ihre Bedeutung schneller erkennen und einordnen. Ich muss nicht mehr so oft sauer sein und kann mich mit den Kindern freuen. Die Atmosphäre in der Klasse hat sich auch wesentlich verändert. Ich kann die Schüler besser akzeptieren, so wie sie sind. Ich kann mich besser akzeptieren. Natürlich schwingt immer noch Angst mit, dass es wieder umkippen könnte. Aber ich weiß, dass ich von euch Hilfe und Unterstützung bekäme. Das gibt mir eine gewisse Sicherheit und Hoffnung.“

Eine Gruppe, die über Methoden der Stressbearbeitung verfügt, kann belastende Situationen interpretieren und lösen. Es findet auf der Basis von Methodenkompetenz ein kognitiv-emotionales Zusammenspiel statt. Die positive Erfahrung stärkt das Selbstwertgefühl und macht den Einzelnen und die Gruppe widerstandsfähig (Resilienz). Hier zeigt sich individuelle und solidarische Gesundheitskompetenz. Es entwickelt sich ein „Teambezogenes Verhaltens und Erlebensmuster“.

Ein solidarischer Bearbeitungsprozess stärkt das Selbstvertrauen und weckt Hoffnung. Aus Angst wird Zuversicht, aus Unsicherheit wird Mut, aus Hilflosigkeit wird Motivation.
Im Gehirn werden gesundheitsförderliche Botenstoffe aktiviert. Es bilden sich neue Vernetzungen und die ermöglichen neues Handeln.

Eine Verminderung von Stress oder ein Neuansatz können sich überall dort ereignen, wo es gelingt, auf der Grundlage von emotional sicheren Beziehungen neue Wege zu beschreiten. Eine Chance für kompetentes Verhalten sehe ich in einer Qualifikationserweiterung, bei der die individuelle und die gruppenbezogenen Emotionen eine angemessene Beachtung finden.

Start-up-Perspektive

Hinweise für Kolleginnen, die sich speziell mit der Frage der Lehrergesundheit beschäftigen wollen, sollten eine Gruppe gründen und für den Start eine Supervisorin engagieren. Bei kleineren Schulkollegien könnten sich bei Interesse alle Kolleginnen beteiligen. Bei großen Systemen ist es denkbar, dass sich eine Gruppe mit dieser Problematik befasst und bei Gelegenheit von ihren Arbeitsmethoden und Erfahrungen berichtet. Es ist auch möglich, dass sich interessierte Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen zusammenschließen.

Folgende Aspekte sollten beachtet werden:

Wahrnehmen und Benennen von Problemen: Probleme analysieren und Interpretieren: Individuelle Kompetenz entwickeln & stärken: Kompetenzen der Gruppe entwickeln & stärken: gegenseitige Offenheit pflegen; Methodenorientierte Teamarbeit anstreben; Hospitationen ermöglichen; Emotionen wahrnehmen und beachten; Zulassen vielfältiger Interpretationsmöglichkeiten; Individuelle und kollegiale Sicherheit anstreben.

Empathie: Quelle für ein solidarisches Miteinander
Die Quelle erfolgreich Lösungswege liegt in der Fähigkeit zu Empathie
Die Fähigkeit des Menschen zu emotionalem Verständnis und Empathie beruht darauf, dass sozial verbindende Vorstellungen nicht nur untereinander ausgetauscht, sondern im Gehirn des jeweiligen Empfängers auch aktiviert und spürbar werden können. (Rizzolatti 2008)
Mehr und mehr kristallisiert sich heraus, dass Empathie als eine entscheidende Quelle für eine gut verlaufende individuelle und auch gesamtgesellschaftliche Entwicklung anzusehen ist. Eine moralisch handelnde Person bezieht die Interessen der Anderen mit ein – der Egoist denkt nur an die Optimierung der eigenen Interessen. (Nidda-Rümelin 2012)

Eine humane Gesellschaft beruht auf der menschlichen Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden, Rücksicht zu nehmen und mit anderen zu kooperieren. (Bauer 2006) Der einzelne Mensch sollte seine inneren Potenziale voll ausschöpfen können. Er sollte ein Leben führen können, in dem ein freundschaftliches und liebevolles Miteinander die bestimmenden Faktoren sind. Empathisch miteinander umgehen setzt die Überzeugung voraus, dass ein anderer die gleiche Daseinsberechtigung hat wie wir und genauso einzigartig ist wie wir selbst. Die Menschenrechte sind dafür ein einzigartiges Dokument.

Im Kern geht es darum, ein“ Teambezogenes Erlebens- und Handlungsmuster“ zu entwickeln. Eine Verminderung von Stress kann sich überall dort ereignen, wo es gelingt, auf der Grundlage von emotional sicheren Beziehungen neue Wege zu beschreiten. Es gilt den Cortisol-Modus zu meiden und den Noradrenalin-Modus anzustreben. Dass gelingt vor allem im solidarischen Miteinander.

Es gibt allerdings in manchen Kollegien Personen, die kein Verständnis für eine Konzeption aufbringen, die auf Empathie gründet und den Gedanken der Solidarität in den Vordergrund rückt. Mit deren Ansichten muss man sich auseinandersetzen.

Gründe für diese skeptische und oft durch Verweigerung gekennzeichnete Haltung können sein:
Negative Beziehungserfahrungen, Furcht vor Enttäuschungen, eine fehlende positive Teamerfahrung, Rückzug auf individuelle Ressourcen, Sozialisation der eigenen Schul- und Studienzeit, spezielle Sozialisation während des Referendariats, geringe zeitliche Ressourcen, unzureichende Rahmenbedingungen. Oft steht dahinter auch ein Vergessen, dass Bildung Körper, Geist und Gefühle umfasst.

Es gilt Verantwortung für eine auf Empathie gegründete Pädagogik zu übernehmen. Ja, es gilt darauf zu achten, dass uns diese Fähigkeit nicht verloren geht. In einer teambezogenen solidarischen Handlungsweise liegt für Schüler_innen und Lehrer_innen die Chance, gesund und arbeitsfähig zu bleiben. Es gilt im Miteinander Stärke zu entwickeln, die auch in der Lage ist, Destruktionen der unterschiedlichsten Art abzuwehren.

Ausblick

Empathie ist der Boden, auf dem demokratische Verhältnisse wachsen und gedeihen können. In einer Welt ohne Empathie fehlt nicht nur das, was das Menschsein überhaupt ausmacht, es fehlt auch die Grundlage für ein demokratisches Wertesystem. (Riffkin 2010) Auch ökonomischer Erfolg basiert auf einer verlässlichen Kommunikation. Und die beherzigt unverzichtbare Regeln wie Wahrhaftigkeit und Vertrauen. (Nidda-Rümelin 2011)

Wer einen verantwortungsbewussten Umgang mit sich selbst, den anderen Menschen und mit der Natur pflegt, kann als gereifte Persönlichkeit angesehen werden. Ein solcher Mensch hat die Fähigkeit zu einem selbstständigen und solidarischen Handeln entwickelt. Er ist in der Lage, Anteil am kulturellen und politischen Leben zu nehmen. In dieser Kompetenz sieht der Nobelpreisträger Amartya Sen (2007) die Voraussetzung für die Teilnahme an einem weltweiten Diskurs zur Lösung globaler Probleme. Menschen, die es nicht gelernt haben, auf vielfältige Weise sich mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer Menschen zu beschäftigen, sind in der Gefahr anfällig zu werden für Parolen von populistisch agierenden Parteien und Gruppen. Die Arbeit mit und an den Gefühlen, die uns in unserem Alltag begleiten und im Beruf der Lehrer_innen eine besondere Rolle spielen, gehört daher zu den vornehmsten Aufgaben. Damit ist der Boget gespannt vom individuellen und solidarischen Verhalten in Schulkollegien, bis hin zur Entwicklung demokratischer Lebensformen im globalen Maßstab.

Fazit:

Lehrer_innen üben einen sehr komplexen Beruf aus. Die Belastungsfaktoren und die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden sind weitgehend bekannt.

Belastungen werden von den betroffenen Personen unterschiedlich erlebt und bearbeitet. In vielen Fällen suchen sie Ärzte oder Psychotherapeuten auf, um ihr gesundheitliches Problem diagnostizieren und behandeln zu lassen. Therapien oder Rehabilitationsmaßnahmen beziehen sich dann meistens auf die ratsuchende Person.

Viele Belastungen lassen sich durch solidarisches Verhalten reduzieren oder beheben. Unbearbeitete Belastungssituationen lösen in vielen Fällen das Stresssystem aus. Betroffene, die noch die Kraft und Bereitschaft haben, diese Erfahrungen in einer Gruppe zu reflektieren, eröffnen sich neue Wege.

Gelingt eine gemeinsamen Bearbeitung, so stellt sich ein Gefühl von Selbstvertrauen, Zuversicht und vielleicht auch Freude ein. Es findet eine Umwandlung der Gefühle statt. Aus Angst wird Zuversicht, aus Unsicherheit wird Mut, aus Hilflosigkeit wird Motivation. Das Gefühl der Hilflosigkeit wandelt sich durch das solidarische Miteinander in neue Energie.

Erst wenn eine Person sich mit all ihren bisher erworbenen Strategien außerstande sieht, eine psychische Belastung zu meistern, stellt sich ein Gefühl völliger Ohnmacht und Hilflosigkeit ein. Spätestens an dieser Stelle ist solidarisches Handeln gefragt.

Hilfreich sind die unterschiedlichsten Methoden des gemeinsamen Problemlösens. Es gilt, komplexe Belastungen zu analysieren und zu interpretieren. Auf dem Weg zu einer Lösung sind kognitive und emotionale Prozesse gleichwertig zu beachten. Auf diese Weise können Betroffne neue Kompetenzen entwickeln.

Literatur:

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