WELCHE BEDEUTUNG HABEN DIE VÄTER FÜR DIE ENTWICKLUNG IHRER KINDER?

Foto: Peter Smola / pixelio.de

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Die Aufgabe des Vaters besteht in den ersten Lebensjahren vor allem darin, körperliche Nähe und ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Er ist für sein Kind der „bedeutsame Dritte.“ Er ergänzt die wichtige Muter-Kind-Beziehung nicht nur in der Pflege, sondern vor allem auch im Spiel mit seinem Kind. In einer vertrauensvollen Beziehung erlebt das Kind, dass es neben der Mutter noch eine weitere Person gibt, die sich anders anfühlt, deren Stimme anders klingt, die aber dennoch Geborgenheit vermittelt. So kann der Vater am ehesten zur Autonomieentwicklung beitragen.

In den folgenden Lebensjahren kommt es vor allem auf gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen an. Wenn ein Vater mit seinem Kind in der Natur auf Entdeckungsreise geht, es bei seinen vielfältigen Lernschritten wie Dreirad-, Roller-, Fahrradfahren und beim Schwimmen unterstützt, dann wird er als Vorbild erlebt. So wird eine tragfähige Beziehung aufgebaut, die dringend für den später einsetzenden Ablösungsprozess benötigt wird. Zuwendung, Anerkennung, emotionale Achtsamkeit, Anregungen, Geborgenheit, Beziehungsvorbild sind grundlegende Merkmale eines zugewandten Vaters im gesamten Entwicklungsprozess.

Der Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenalter, die Phase der Adoleszenz, ist eine Zeitspanne, in der das innere Bild vom Vater besonders intensiv überprüft und gegebenenfalls verändert wird. Gelingt der Prozess der Revision des inneren Vaterbildes während und auch nach dieser Phase, dann führt dies zu größerer Selbständigkeit, verbunden mit mehr Verantwortungsbereitschaft für die eigene Identitätsentwicklung.

Der „moderne Vater“ zeichnet sich dadurch aus, dass er sich in die Wünsche und Bedürfnisse der anderen familiären Mitglieder einfühlen und diese auch in seinem Handeln berücksichtigen kann. Neben seiner Kommunikationsfähigkeit über die vielen Dinge des Alltags kommt der Zufriedenheit seiner Partnerin eine große Bedeutung zu. Das Konzept einer zugewandten Väterlichkeit hat vor allem dann Chancen, wenn es von der Ehefrau oder Lebenspartnerin unterstützt wird. Für die 2 unterschiedlichen Arrangements einer gelingenden Lebensführung, bei der die Kinder in ihrer Entwicklung gestärkt werden, ist ein hohes Maß an Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit erforderlich. Viele Väter sind nach neueren Untersuchungen dazu bereit und fähig. Das neue Selbstverständnis junger Väter zeigt sich in vielfältigen Facetten. Viele Väter tragen ihr Baby auf dem Arm, schieben es im Kinderwagen, spielen mit ihm und nehmen später an Elternabenden im Kindergarten und der Schule teil. Fürsorgliche Väter spüren eine Gesamtverantwortung für die Beziehung zur Partnerin und zu ihren Kindern. Am ehesten werden sie bei ihrem Bemühen von den Gegebenheiten der Arbeitsverhältnisse eingeschränkt. Hier sind allerdings positive Veränderungen zu verzeichnen.

Für alle Kinder und Jugendlichen, die nicht mit ihren Vätern zusammenleben, ist die Regelmäßigkeit des Kontaktes mit dem Vater und die Einbeziehung in den Alltag notwendig.

Literaturhinweis

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